
Wenn Straßen gesperrt, umgeleitet oder abgesichert werden, begegnet man den Produkten von Nissen fast überall – und das seit mehr als einem Jahrhundert. Die Adolf Nissen Elektrobau GmbH + Co. KG aus Tönning zählt heute zu den führenden Anbietern für mobile Verkehrssicherung und verbindet nordfriesische Ingenieurstradition mit stetigem technischem Fortschritt. Doch während das Unternehmen Sicherheit im Straßenraum zu seinem Kerngeschäft gemacht hat, richtet es seinen Blick zunehmend darauf, wie diese Sicherheit entsteht: ressourcenschonend, sozial verantwortlich und strategisch nachhaltig.
Nachhaltigkeit im Alltag – und im gesamten Unternehmen
In den vergangenen Jahren hat Nissen zahlreiche Schritte unternommen, um seine Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Die gesamte Energieversorgung wurde auf Ökostrom umgestellt,
auf den Dachflächen erzeugen Photovoltaikanlagen eigenen Strom, und auch die Mobilität verändert sich: Dienstfahrzeuge werden zunehmend durch Elektro und
Hybridmodelle ergänzt, Fahrräder unterstützen kurze Wege und den Arbeitsalltag. Parallel dazu entwickelt das Unternehmen Arbeitsmodelle, die die psychische Gesundheit der
Mitarbeitenden stärken, etwa durch Gleitzeit oder angepasste Sommerarbeitszeiten.
Besonders prägend sind außerdem Kooperationen mit Universitäten, in denen es um Ansätze der Kreislaufwirtschaft geht – ein Thema, das in einem produzierenden Unternehmen eine
zentrale Rolle spielt. Flankiert werden diese Entwicklungen durch etablierte Managementsysteme in den Bereichen Qualität, Umwelt und Energie sowie durch die enge
Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.
Warum Nissen nachhaltiger werden will
Die Motivation für diesen Weg speist sich aus mehreren Quellen. Im Unternehmen gibt es eine lange gewachsene Haltung, verantwortlich mit Ressourcen umzugehen und gleichzeitig
Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Menschen stärken statt belasten. Zugleich steigt der Druck von außen: Banken, Kund*innen und Lieferketten orientieren sich
zunehmend an klaren ESGKriterien. Nissen versteht diesen Wandel jedoch nicht als Pflichtübung, sondern als Chance, den eigenen Kurs bewusster und langfristiger
auszurichten.
Getragen wird dieser Prozess von der Geschäftsleitung, einer bereichsübergreifenden Task Force und einer eigenen Nachhaltigkeitsmanagerin, wodurch Nachhaltigkeit
strukturiert in der Unternehmensentwicklung verankert wird.
Ziele, Wirkung und der Weg dorthin
Bis 2026 verfolgt das Unternehmen ehrgeizige Ziele. Dazu gehören die Reduzierung energiebezogener Emissionen, eine deutlich niedrigere Energieintensität pro
Mitarbeitenden sowie ein Ausbau der Weiterbildungsangebote. Gleichzeitig sollen der Teamgeist zwischen den Abteilungen gestärkt und ein
Verhaltenskodex für Lieferanten etabliert werden.
Von besonderer Bedeutung war für Nissen die Erstellung des ersten Nachhaltigkeitsberichts, der mithilfe einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse neue Transparenz
in die eigenen Strukturen brachte. Auch in den Produktionsprozessen zeigen sich deutliche Fortschritte: Der Wasserverbrauch ist äußerst gering und wird durch geschlossene
Kreisläufe weiter reduziert, während in der Kunststofffertigung rund 98 Prozent der Produktionsreste wiederverwertet werden. Viele Bauteile – etwa
Fußplatten – bestehen inzwischen vollständig aus recyceltem Material und tragen so zu einem ressourceneffizienteren Produktlebenszyklus bei.
GrønImpactStories: Was wirklich wirkt - Einblicke in Unternehmen aus Deutschland und Dänemark
Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Ziel, sondern auch ein Prozess. Auf diesem Weg gibt es Maßnahmen, die besonders ausschlaggebend sind. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen von Unternehmen aus Deutschland und Dänemark und zeigen an welchen Strategien sie arbeiten, was die Beweggründe dafür sind und wie sie ihre Mitarbeitenden aktiv in den Prozess einbinden. Dabei geht es nicht um perfekte Best-Practices, sondern gute Beispiele, die zeigen, dass es nicht „den einen“ Weg gibt, um sich zukunftsorientiert aufzustellen, aber viele spannende Möglichkeiten.
